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Orthopädie am Kauorgan

Die ganzheitliche Denkweise in der Medizin begreift den Menschen als ein hochkomplexes, vernetztes System, das sich über kybernetische Steuerungsmaßnahmen selbst organisiert. In diesem Sinne sind die Zähne, die Kaumuskulatur und die Kiefergelenke das obere Ende einer Vernetzungskette, die sich nach unten über die Wirbelsäule, das Becken und die sie tragende Beine fortsetzt.

Zusammenarbeit mit Osteopathen

Dr. Prölß M.Sc., M.Sc., M.Sc. ist in der sogenannten Cranio-Sacralen-Therapie (= „Schädel-Kreuzbein-Therapie“) fortgebildet, die sich aus der Osteopathie entwickelt hat. Er ist daher mit den Möglichkeiten dieser Disziplin vertraut und überweist Sie bei Bedarf gerne an einen ausgesuchten Osteopathen – ganz im Sinne einer ganzheitlichen Behandlung.

Der menschliche Körper ist durch seine selbstorganisatorische Funktionsweise in der Lage, auf krankmachende Störfaktoren in bestimmter Weise zu reagieren: Durch Wegregulation der Störimpulse, Anpassung an Veränderungen und schließlich durch Kompensation. Beispielsweise kann ein harter Boden oder mangelnde Bewegung zu einer Störung der Fußfunktion führen, die sich schmerzmäßig eben nicht in den Beinen, sondern in den oberen Bereichen der Funktionskette äußert.

Unserem Kauorgan ist vorwiegend die Funktion der Nahrungsaufnahme und die der Sprache zuzuordnen. Unsere heutige Lebensweise mutiert unser Kausystem mehr zu einem Stressverarbeitungsorgan als zu einem Kauorgan. Durch das Zusammenpressen der Zähne im Schlaf wirken bis zu 200 Kilopond auf den Körper ein.

Unserem Kauorgan ist vorwiegend die Funktion der Nahrungsaufnahme und die der Sprache zuzuordnen. Unsere heutige Lebensweise mutiert unser Kausystem mehr zu einem Stressverarbeitungsorgan als zu einem Kauorgan. Durch das Zusammenpressen der Zähne im Schlaf wirken bis zu 200 Kilopond auf den Körper ein.

Schon bei Kindern können Fehlhaltungen der Wirbelsäule und Bissstörungen kombiniert auftreten. Die Behandlung einer falschen Verzahnung, ausgeprägte Kieferfehlstellungen wie der Rückbiss, der Vorbiss und der offene Biss sind deshalb auch kieferorthopädisch zu regulieren. Denn eine gestörte Form führt zu einer gestörten Funktion, so beispielsweise eine Zungenfunktionsstörung oder falsches Schlucken.

Befindlichkeitsstörungen beachten wir anfangs nicht. Versagen die Hausmittel und halten die Schmerzen länger an – sind chronisch – suchen wir professionelle Hilfe. Aber der chronische Schmerz lügt. Dass Behandlungsmaßnahmen am Schmerzort keine Besserung bewirken, ist uns jetzt verständlich geworden. Deshalb ist ein Zusammenarbeiten der verschiedenen medizinischen Fachbereiche für eine erfolgreiche Behandlung des Patienten unabdingbar: Orthopädie, Augenheilkunde, Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Physiotherapie, Osteopathie, Zahnmedizin, Psychologie.

Eine Akutbehandlung im Kauorgan kann mit Entspannungsschienen, Physiotherapie und Schmerzakupunktur eingeleitet werden. Die Analyse über besondere Vermessungsverfahren für die Biss- und Gelenkfunktion bestimmen die anschließenden therapeutischen Maßnahmen. In einfachen Fällen kann das bessere Verzahnen der Zähne durch Einschleifen genügen. In komplizierteren Fällen kann eine kieferorthopädische, festsitzende Spange über eine längere Zeitspanne und damit biologisch verträglich eine Harmonisierung der Kiefergelenke und Zahnstellung notwendig sein. Die Stützfunktion fehlender Zähne muss mit Implantaten, Brücken und Kronen wiederhergestellt werden. Alle Behandlungen sind zudem mit den Kollegen der beteiligten Fachdisziplinen abzustimmen.

Eines ist ganz wichtig: Das Verständnis des Patienten über die inneren Zusammenhänge seiner Krankheitssymptome ist der erste Schritt zu seiner Genesung, weil dadurch unbegründete Ängste genommen werden.